Nicht von dieser Welt
Für Mischa war der Tod seines Vaters ein harter Schlag. Er und seine Mutter konnten sich die Wohnung nicht mehr leisten und mussten umziehen. Jetzt leben sie in einer der Hausmeisterwohnungen im Krankenhaus, in dem seine Mutter arbeitet. Außerdem
ist er still geworden und nimmt an der Welt nur noch zurückgezogen teil. Dabei entwickelt er eine Gabe: Er kann mit den Toten sprechen, die manchmal auf dem Telefon im Krankenhaus anrufen und ihm ihre letzten Wünsche mitteilen. Er fürchtet sich, sie zu verweigern, und so gibt er sein Bestes, die unzähligen Wünsche zu erfüllen. Sein Leben ändert sich, als er mit der Schule einen Schüleraustausch in Frankreich macht. Dort lernt er Sola kennen, eine Französin, die ebenfalls mit den Toten spricht und mit der er sich gut versteht. Sie werden Freunde und kurz danach besucht sie ihn auch in Deutschland. Für ihren Aufenthalt dort hat Sola ein Abenteuer vor: Von einem Toten hat sie erfahren, dass in einem Stollen in Halberstadt in der ehemaligen DDR große Mengen an alten Ostmark vergraben wurden. Zusammen mit Mischa will sie den Schatz heben und so ihre Geldsorgen für immer beenden. Eine warmherzige, emotionale Geschichte, die sich eingehend mit Leben, Tod und Freundschaft auseinandersetzt. Einige skurrile Momente lockern die Stimmung auf und machen die Geschichte so gut lesbar. In Mischa und seine Gefühlswelt kann man sich als Leser:in gut hineinversetzen und das nachdenkliche, offene Ende bildet einen passenden Abschluss.
Julian Schirm
rezensiert für den Borromäusverein.
Nicht von dieser Welt
Michael Ebert
Penguin Verlag (2023)
238 Seiten
fest geb.