Sonnenwende
Penelope/Mathilda ist kommentarlos verschwunden. Ihr Mann Falk und seine Familie sollen nicht wissen, dass sie die Feiertage bei ihren Großeltern verbringt. Kaum ist sie wieder in Berlin aufgetaucht, wird ihr von ihrem Schwiegervater Georg ein Vorstandsposten
in der Familienstiftung angeboten. Falk rät ihr davon ab. Da unternimmt eine Angestellte der Stiftung, Frau König, angeblich einen Suizidversuch. Falk ist sich da aber nicht so sicher, zu frisch ist die Erinnerung an den Anschlag auf ihn. Mathilda gelingt es, an die Unterlagen von Falks Therapiesitzungen zu kommen. Hier lernt sie einen ganz anderen Falk kennen. Durch Zufall gelangt Falk in den Besitz von Aufzeichnungen, die Frau König gemacht hat. Er wird aus ihnen nicht schlau. Erst Mathilda gelingt es, den roten Faden zu entdecken. Alle Spuren führen nach Tris Liepas, eine Siedlung, die von der Stiftung unterstützt wird. Abwechselnd wird die spannende Geschichte aus der Sicht von Mathilda und Frank geschildert. Beide versuchen, ihre Vergangenheit zu bewältigen und Antworten zu finden. Viele Fäden, die wohl aus dem ersten Teil ("Kaiserwald", Rezension ist online) stammen, werden hier weitergeführt und führen zu einem regelrechten Showdown. Das hyperthymestische Syndrom Mathildas, die seltene Fähigkeit sich an nahezu jeden Tag des Lebens zu erinnern, führt zu Flashbacks und gibt Einblicke in die Vergangenheit. Das Nachwort erklärt, was Fakt und was Fiktion ist, wie die Autorin recherchiert hat und was es mit den Siedlungen auf sich hat.
Angela Hagen
rezensiert für den Borromäusverein.
Sonnenwende
Anja Jonuleit
Penguin Verlag (2024)
Kaiserwald-Dilogie ; [2]
336 Seiten
kt.