Unter Menschen
Frankie, der „menschisch“ sprechende Kater, lebt allein im Haus seines Menschenfreundes Gold, der leider wegen seiner Depressionen in der „Klapse“ sitzt. Er fühlt sich einsam und läuft los, ihn zu suchen. Dabei gerät er in Schwierigkeiten
und erlebt Abenteuer: In einer Mülltonne eingesperrt, aus der er ein Leberwurstbrot holen wollte, landet er im Müllauto, wird gerettet, doch dann gerät er in die Fänge von brutalen Jugendlichen, bis ihn ein musizierendes Mädchen befreit. Beide auf der Flucht und auf der Suche nach einem Zuhause, machen sie sich auf den Weg. Frankie nennt das Mädchen „Shattup“, weil sie immer zu ihm „shut up“ sagt. Sie ist abgehauen aus der „Kanakensammelstelle“. Zusammen begegnen sie den unterschiedlichsten Gestalten: einer alten Frau, die vielleicht mal die Fotografin von John Lennon war und ihnen Unterschlupf und Essen anbietet; sie stehlen Lebensmittel mit schlechtem Gewissen und fliehen auf eine Hühnermastfarm, treffen in einer Kirche auf einen mitfühlenden Priester und auf zwei belesene und freche Aaskrähen, treiben auf einem Fluss Richtung 'Arsch der Welt", und diskutieren darüber, was “Heimat” ist. Am Ende kommt Frankie wieder zu Hause an und wird gesund gepflegt von seinen Menschen, und auch Shattup mit ihrer Ukulele findet eine Heimat. Der Band ist die Fortsetzung von „Frankie“ (BP/mp23/433), der berührenden und komischen Geschichte, wie der Kater und der depressive Gold zusammengekommen sind. Diese Fortsetzung kann unabhängig vom ersten gelesen werden und ist ein mitreißender Roman darüber, was es bedeutet, sein Zuhause zu verlieren.
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Unter Menschen
Jochen Gutsch
Penguin Verlag (2026)
Frankie ; [2]
235 Seiten
fest geb.