Der Surrealismus
Die Schrecken des Ersten Weltkriegs liegen erst wenige Jahre zurück, als André Breton 1924 das „Surrealistische Manifest“ veröffentlicht. Träume und das Unbewusste sind zentrale Ideen der Bewegung: Was ist wirklich, was ist Fantasie? Heute
ist vor allem die Bildende Kunst des Surrealismus im öffentlichen Bewusstsein: Werke von René Magritte, Salvador Dalí oder Max Ernst sind Publikumsmagneten in Museen und unzählige Male reproduziert. Weniger bekannt sind heute Lyrik und Prosa des Surrealismus, und auch in der Fotografie und im Film ist Herausragendes entstanden. – Andreas Puff-Trojan ist Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Sein Buch erläutert die verschiedenen Aspekte der Kunstrichtung und geht zudem auf die besondere Bedeutung surrealistischer Zeitschriften und die Rolle von Frauen als Musen und Künstlerinnen ein. Schade ist, dass alle Abbildungen schwarz-weiß sind, was den Genuss etwas schmälert. Puff-Trojans Vokabular ist schon eher wissenschaftlich, gleichzeitig verzichtet er auf Fußnoten und Anmerkungen. Das Literaturverzeichnis konzentriert sich auf neuere, meist deutschsprachige, Titel. – Eine nützliche Einführung, die auch Literatur und Film berücksichtigt, Biografien und Bildbände aber nicht ersetzen kann.
Felix Stenert
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Surrealismus
Andreas Puff-Trojan
C.H.Beck (2024)
C.H.Beck Wissen ; 2572
128 Seiten : Illustrationen
kt.