Konrad Adenauer
Konrad Adenauer gilt als einer der großen Staatsmänner des 20. Jh. und steht für die Deutschen für Wohlstand und Frieden nach dem Zweiten Weltkrieg. Norbert Frei, renommierter Zeithistoriker und em. Professor für Neuere und Neueste Geschichte
an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, zeichnet seine politischen Stationen ausführlich nach. Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelt er energiegeladen als Oberbürgermeister seine Vaterstadt Köln zur „Metropole der Rheinlande“. Die Nationalsozialisten jagen ihn 1933 mit Hilfe eines Dienststrafverfahrens aus dem Amt. Von April 1933 bis Mai 1934 findet er Zuflucht im Kloster Maria Laach und geht somit in die „innere Emigration“. Nach dem Krieg prangert Adenauer das politische Versagen der Deutschen und besonders der katholischen Kirche im Dritten Reich an. Alles in allem stellt Frei ein „therapeutisches Beschweigen der Vergangenheit“ bei ihm fest. Adenauer konzipiert als Vorsitzender des Parlamentarischen Rats das Grundgesetz mit und wird am 12.9.1949 mit einer – seiner – Stimme Mehrheit zum Bundeskanzler gewählt. In seiner Amtszeit geht es sowohl vor allem um die Wiedergutmachung gegenüber Israel als auch um die Westbindung und die Aussöhnung mit dem „Erbfeind“ Frankreich. Als Erfolg seiner „Expedition nach Osten“ darf er die Rückkehr von 8877 russischen Kriegsgefangenen („Russlandheimkehrer) bezeichnen. Das Buch geht zu großen Teilen auch auf die Innenpolitik und seinen erzwungenen Rücktritt ein. Über seinen Nachfolger Ludwig Erhard spricht er herablassend, er habe „so viel politischen Verstand wie ein Zigarrenkasten.“ – Ein fundiertes Buch zu Adenauers Politik und seiner Persönlichkeit.
Berthold Schäffner
rezensiert für den Borromäusverein.
Konrad Adenauer
Norbert Frei
C.H.Beck (2025)
317, [16] Seiten : Illustrationen
fest geb.