Honey
Ilaria, genannt Honey, ist 82 Jahre alt und hat sich für ihr nahendes Lebensende, das sie selbst bestimmen wird, in ihr Elternhaus in New Jersey zurückgezogen, nachdem sie ihr Leben glamourös in Los Angeles verbracht hat, wo sie als Kunstexpertin
mit Ehrgeiz, Intelligenz und gutem Aussehen Erfolg hatte. Sie liebt das Schöne, Hässliches bereitet ihr „fast körperliche Schmerzen“, und daher wehrt sie sich gegen die Erwartungen ihrer Mafia-Familie. Ein ruhiger Lebensabend ist ihr jedoch nicht vergönnt: Ihr Liebhaber stirbt, ihre junge Nachbarin “ermordet” ihren Kirschbaum, und dann verschwindet auch noch ihr Großneffe und ein halb so alter Mann verliebt sich in sie … – Mit Honey hat der Italo-Amerikaner Lodato eine unvergessliche Hauptfigur geschaffen: hungrig auf das Leben und wütend über Ungerechtigkeiten, unabhängig und verletzlich, eitel und großzügig, selbstironisch und sentimental, eine Kunstliebhaberin und Modeexpertin, die kein Problem damit hat, mit Valium vermischten Wein zu trinken. Sie hat es geschafft, sich ein eigenes Leben zu bauen, doch leidet immer noch unter den Traumata und der Gewalt ihrer Jugend. Der tragikomische Roman ist ein pures Lesevergnügen!
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Honey
Victor Lodato ; aus dem Englischen von Claudia Wenner
C.H.Beck (2026)
462 Seiten
kt.