Das digitale Debakel
Ist die neue digitale Wirtschaft eine kooperative Unternehmung, die mehr Arbeit und Wohlstand schafft oder vielmehr ein hierarchisches System, das den Reichtum konzentriert, statt zu verteilen? Anhand vieler Beispiele belegt Keen, dass das Internet
gigantische Monopolisten hervorbringt, die jedoch traditionsreichen Branchen das Wasser abgraben und zu wenig neue Arbeitsplätze schaffen. Unternehmen wie Google erwirtschaften über Werbeanzeigen gigantische Umsätze bei im Verhältnis dazu verschwindend kleinem Mitarbeiterstamm. Fatal sind auch die Folgen des Internet für die Kreativbranche: so führt die Musik- und Filmindustrie einen fast aussichtslosen Kampf gegen Internetpiraterie. Keen hat gründliche Recherchearbeit geleistet (über 600 Anmerkungen!) und zeigt auch mögliche Lösungsansätze auf, wenngleich seine Argumentationskette etwas zu rückwärtsgewandt erscheint. Dennoch ein unverzichtbarer, gut geschriebener Beitrag, der wichtige Aufklärungsarbeit leistet!
Lieselotte Banhardt
rezensiert für den Borromäusverein.
Das digitale Debakel
Andrew Keen
Dt. Verl.-Anst. (2015)
317 S.
fest geb.