Rom bin ich
Der römische Senator Gnaeus Cornelius Dolabella muss sich vor Gericht wegen Amtsmissbrauchs und persönlicher Bereicherung verantworten. Der Ausgang des Prozesses scheint gewiss, denn noch nie zuvor wurde ein Optimat verurteilt, ein Vertreter der
alten Patrizierfamilien. Aber man hat die Rechnung ohne den jungen Anwalt Gaius Julius Cäsar gemacht. – Alles läuft auf den Prozess hinaus, dessen Vorgeschichte anhand von zahlreichen Rückblenden vor einem opulenten, teils blutigen Panorama des antiken Roms entfaltet wird. Das Ganze ist von Beginn an kurzweilig erzählt und lässt sich über die ganzen 700 Seiten hinweg flüssig lesen. Das "dramatis personae" vorneweg hilft aber tatsächlich bei Figuren, die nur gelegentlich auftauchen. Alles in allem ein sehr empfehlenswerter Titel für an Geschichte interessierte, eher faktenorientierte Leser:innen, die in historischen Romanen mit "Schmalz & Liebe"-Seitensträngen wenig anfangen können. Und wer sich denkt, dass damit ja erst etwa ein Drittel des Lebens Cäsars abgedeckt ist, kann sich schon auf den Folgeband freuen.
Thomas Oberholthaus
rezensiert für den Borromäusverein.
Rom bin ich
Santiago Posteguillo ; aus dem Spanischen von Carsten Regling
dtv (2024)
702 Seiten
fest geb.