Da ist besetzt!
Mit seinem Dackel sitzt das Schwein Herr Schröder auf einer Parkbank. Ein Drache bittet ihn, auch Platz nehmen zu dürfen, doch Herr Schröder verneint, es sei besetzt. Diese Ablehnung ficht den Drachen nicht an. Er zieht eine Menge Stofffetzen aus
seinem Rucksack und fängt an zu nähen. Wie ein Zelt schützt der Stoff die drei vor einem Regenschauer und so lernen sie sich kennen ... Dass sich der Drache nicht abwimmeln lässt, ist also ein Glück für alle! In leicht verständlicher Bildsprache wird diese Geschichte erzählt. Schon kleine Kinder werden mit der Szene um die drei Figuren gut zurechtkommen und Freude an den Details haben. Was der Drache im Schilde führt, bleibt zunächst ein Geheimnis, die Pointe wird erst auf der letzten Seite gelüftet. Hier zeigt sich, dass die enge Welt des etwas spießigen Schweins sich traumartig als großes Panorama erweitern lässt – und dies ist das Potential, das in jedem Treffen mit einem Fremden stecken kann. So wird auch deutlich, dass Herr Schröder nicht gelogen hat: der Platz war tatsächlich besetzt, nämlich von Gewohnheit, Misstrauen und Unwillen, eine neue Bekanntschaft zu machen. Die Abwehr gegen Neues, Unbekanntes verhindert so manche Neuentdeckung. Wer das verstanden hat, kann liebgewonnene Gewohnheiten einmal probehalber über Bord werfen und sich überraschen lassen!
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Da ist besetzt!
Antje Damm
dtv (2026)
[32] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4