Robert Surcouf
1786: Robert soll eigentlich Priester werden. Doch der Junge hat andere Pläne: Wie seine Vorfahren möchte er Korsar werden und für die französiche Krone auf Kaperfahrt gehen. Er flieht aus dem Kloster in Saint Malo und segelt im Auftrag seines
Vaters, des Reeders und Händlers Charles Surcouf, in den Pazifik, um zwei verschollene Handelsschiffe seiner Familie zu suchen. Die Suche hat wenig Erfolg. Bei seiner Rückkehr findet Robert ein verändertes Frankreich vor. Die Revolution hat die Jakobiner an die Macht gebracht. Da die Reederei der Familie mittlerweile bankrott ist und Robert eigentlich um die Hand der schönen und reichen Marie-Cathérine Blaise anhalten will, bricht er erneut in den Pazifik auf und wird zu einem berühmten und reichen Freibeuter, der sich die Achtung Napoleon Bonapartes verdient. – Lornes Roman verwandelt den historischen Korsaren Robert Surcouf in einen Helden, dessen Herz immer am rechten Fleck schlägt. Auch die anderen Figuren sind eher eindimensional gezeichnet. Die Fachbegriffe aus der Seefahrt sind gut recherchiert und lassen das Leben auf einem Schiff der damaligen Zeit lebendig werden. Weniger schöne Themen, wie etwa der Sklavenhandel, an dem sich Surcouf wohl rege beteiligt hat, werden allerdings deutlich abgemildert.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Robert Surcouf
Mac P. Lorne
Knaur (2025)
446 Seiten : Karte
kt.