Die Frau der Stunde
Drei ambitionierte, eloquente Frauen zwischen Bonn, Brüssel, Berlin und Teheran stehen stellvertretend für eine gut ausgebildete, privilegierte Frauengeneration der späten 1970er-Jahre. Da ist Suzanne, belgische Journalistin und Korrespondentin
für eine belgische Tageszeitung in Bonn, mit Ehemann und Mutter von drei halbwüchsigen Kindern. Sowie Azadeh, iranische Dokumentarfilmerin aus wohlhabendem Hause im Berliner Exil, im Kampf um Frauenrechte im Iran. Und noch Catharina, durchsetzungsstarke FDP-Politikerin und erste alleinstehende Frau als Außenministerin der BRD. Seit ihrer gemeinsamen Schulzeit in einem Schweizer Internat sind sie eng verbunden und haben sich jetzt mit Mitte 40 ihre angesehenen Positionen in der Berufswelt gegen manche Widerstände erkämpft. – Die Autorin, Historikerin und Literaturwissenschaftlerin, ist ihrem Thema auch in ihrer ersten fiktiven Geschichte treu geblieben: Frauen in der Geschichte, die Einfluss und Macht erkämpft und ausgeübt haben. Historisch, feministisch, klug konstruiert werden die Frauenleben plastisch präsentiert und miteinander verwoben in einem flüssig lesbaren Erzählstil. Für alle, die die Zeit der 70er aus eigenem Erleben kennen, aber auch für die jüngere Frauengeneration als Ermutigung und Ansporn, den ihnen zustehenden Platz in der Berufswelt mutig zu besetzen. Ein lohnenswerter literarischer Ausflug in das politische, ränkespielende Bonn mit seiner sozial-liberalen Koalition und die schwierige Umbruchsituation im Iran nach dem Sturz des Schahs mit der Beschneidung von Frauenrechten. – Allen Büchereien sehr gerne ans Herz gelegt.
Die Frau der Stunde
Heike Specht
Droemer (2025)
351 Seiten
fest geb.