Die Frauen der Familie Feuchtwanger
Nach ihrer 2006 veröffentlichten Dissertation "Die Feuchtwangers. Familie, Tradition und jüdisches Selbstverständnis im deutsch-jüdischen Bürgertum des 19. und 20. Jahrhunderts" ist "Die Frauen der Familie Feuchtwanger" das zweite Buch, das die
Historikerin Heike Specht der weitverzweigten Großfamilie widmet. Im Mittelpunkt stehen die Schicksale ihrer weiblichen Mitglieder, die Specht vom ausgehenden 18. Jh. bis in die Mitte des 20. vor dem Hintergrund allgemeiner (kultur-)geschichtlicher Entwicklungen nachzeichnet. Besonderes Augenmerk legt sie dabei auf die Ärztin Rahel Straus (1880-1963), Frauenrechtlerin und Zionistin der ersten Stunde, Marta Feuchtwanger (1891-1987), Ehefrau des Schriftstellers Lion Feuchtwanger, und Felice Schragenheim (1922-1945), Vorbild der Jaguar aus Erica Fischers Erzählung "Aimée & Jaguar". Zusätzlich zu den wissenschaftlichen Passagen werden diesen drei Frauen fiktive Abschnitte gewidmet, in denen sie selbst und ihre Gemütsverfassungen in den Jahren 1943/44 zu Wort kommen, die aufgrund ihrer Aufenthaltsorte Jerusalem (Rahel), USA (Marta), Berlin (Felice) unterschiedlicher nicht sein könnten. – Entstanden ist so eine dokumentarische Erzählung, die nicht nur die gerne lesen werden, die sich für deutsch-jüdische Geschichte interessieren, sondern auch alle, die die Kombination von fundiertem akademischem Wissen mit feuilletonistischer Lesbarkeit schätzen.
Antonie Magen
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Frauen der Familie Feuchtwanger
Heike Specht
Piper (2024)
304, [16] Seiten : Illustrationen
fest geb.