Der Fährmann

An der Grenze zwischen Österreich und Bayern wachsen vier junge Menschen in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg auf und verweben ihre Schicksale mehr oder weniger unfreiwillig miteinander. Hannes, Elisabeth und Annemarie sind als Kinder miteinander Der Fährmann befreundet und verbringen die wenige Zeit, die ihnen neben der schweren Arbeit bleibt, gerne miteinander. Josef, als besser gestellter Bauerssohn, kommt erst später mit ins Spiel, als ihm Elisabeth als Frau versprochen wird. Hannes‘ Werdegang ist ebenfalls vorbestimmt – er wird seinem Onkel als Fährmann nachfolgen und wie dieser zuvor Menschen und Fuhrwerke mit seinem Floß über die Salzach bringen, was auch bedeutet, ein Leben ohne Frau und Familie zu verbringen, weil dies einem Fährmann nicht gestattet ist. Annemarie leidet unter dem besitzergreifenden und sich alles nehmenden Josef, der in der aufkommenden Kriegslust seine Berufung findet und schließlich in den Ersten Weltkrieg zieht. Endlich kann Elisabeth auf ihrem eigenen Hof ein wenig durchatmen, bevor sie ein neuerlicher Schicksalsschlag ereilt. Keine der Figuren in dieser Geschichte hat es leicht, doch am Ende machen sie immerhin das Beste daraus. – Die Entbehrungen und gesellschaftlichen Einschränkungen dieser Zeit, vor allem die so gut wie nicht vorhandenen Rechte von Frauen, sind Themen des Romans, die den Leser immer wieder mit einem beklemmenden Gefühl weiterlesen lassen. Regina Denk verfasst ein eindrückliches Bild der damaligen Zeit und zugleich eine fesselnde Geschichte über Zusammenhalt, Selbstlosigkeit, aber auch Gewalt und Rücksichtslosigkeit, die man nicht weglegen möchte und die dem Leser lange in Erinnerung bleibt.

Sonja Gast

Sonja Gast

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Der Fährmann

Der Fährmann

Regina Denk
Droemer (2026)

381 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 624553
ISBN 978-3-426-56628-2
9783426566282
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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