Meine Pflanzenmanufaktur
Die Autorin verbrachte ihre Kindheit naturnah auf dem Bauernhof und widmet sich heute als Heilpraktikerin und Apothekerin dem natürlichen Leben und dem Umgang mit Materialien aus Feld und Flur. Viele Bäume, Sträucher und Kräuter sind Grundlage
für Fasern und Textilien, für Seifenstoffe und Färbemittel, für Tees, Tinkturen, Salben und Heilmittel der Hausapotheke. Viele praktische Beispiele lehren hier das Pflanzenhandwerk zum Eigengebrauch wie z.B. das Herstellen von Birkenreisigbesen, von Seifenstoffen aus Rosskastanien oder von Gewürzwein. Dann folgen 50 Porträts von heimischen Pflanzen alphabetisch vorgestellt: vom in Schlafkissen empfehlenswerten Beifuß über die entzündungshemmende Ringelblume bis zum jetzt unter Naturschutz stehendem Zunderschwamm. Dazu gibt es jeweils Hinweise zu Botanik, Pflanzenkraft, Verwendbarkeit und gut gelungene farbige Zeichnungen der Details wie Blüten, Früchte usw. und ein naturnahes Foto. Fraglich, ob man als Erste Hilfe im nicht-ländlichen Bereich gerade ein zerriebenes Blatt vom Spitz-Wegerich bei Insektenstichen zur Hand hat; die praxiserfahrene Kräuterfrau Dr. Stumpf bemüht sich jedenfalls intensiv, eine tiefe Verbindung mit den Kräften der Natur zu vermitteln. Für entsprechende Leser/innen durchaus zum Nachdenken und eventuell Nachvollziehen gut geeignet.
Gertraud Roth
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Meine Pflanzenmanufaktur
Ursula Stumpf
Kosmos (2016)
190 S. : zahlr. Ill. (farb.)
fest geb.