Justus Jonas
Seit etlichen Jahrzehnten gehört die ursprünglich in den USA geschaffene und im deutschen Kosmos-Franckh-Verlag fortgeführte Reihe um die drei in der fiktiven kalifornischen Kleinstadt Rocky Beach ansässigen Junior-Detektive Justus Jonas, Peter
Shaw und Bob Andrews zu einer der erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchserien, die wohl auch in nahezu jeder KÖB zu finden sein dürfte. Im Bemühen, weitere Leserschichten anzusprechen, erscheinen im Verlag seit einiger Zeit auch Bilderzählungen zur Reihe: Nun zum zweiten Mal (vgl.: Rocky Beach - BP/mp 21/178) eine umfangreichere Graphic Novel, die sich von ihrem Inhalt und von der Struktur der Erzählung her besonders an ein älteres, einst mit der Serie groß gewordenes Lesepublikum richtet. Im Mittelpunkt der Story steht der inzwischen 19-jährige Hauptdetektiv Justus Jonas. Dieser bemüht sich recht erfolglos, ein Filmschauspieler zu werden, und findet sich Mitte der 1970er-Jahre in Los Angeles in der wilden Hippie-Zeit und in der an den Folgen des Vietnam-Krieges und des Drogenkonsums leidenden Stadt in einem Kriminalfall wieder: Zunächst soll er nach der verschwundenen Tochter Ruth des Filmregisseurs Brunner suchen, doch Brunner wird wenige Zeit später erschossen in seinem Anwesen aufgefunden. Der sich daraus entwickelnde Kriminalfall ist komplex aufgebaut und von zeitlichen Vor- und Rückblenden durchsetzt. Die Lektüre erfordert somit eine aufmerksame und aufgrund vieler Bezüge auch eine mit der Serie "Die drei ???" vertraute Leserschaft. Die Schwarz-weiß-Illustrationen sind atmosphärisch dicht und sehr gelungen, sodass dieser spannende Krimi ein insgesamt ausgezeichnetes Lesevergnügen nicht nur für jung gebliebene Serienfans ist. Daher breit empfohlen.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Justus Jonas
erzählt von Christopher Tauber und Marius Pawlitza (Illustration)
Kosmos (2025)
160 Seiten
fest geb.