Rita und die Zärtlichkeit der Planierraupe
Das hatte sich der Allgäuer Kiesgrubenbesitzer Zwerger fein ausgedacht: Die eigentlich gesunde Firma meldet er insolvent, die inzwischen etwas fülligere Ehefrau serviert er gleich mit ab und mit der schnuckeligen Disponentin und Geliebten Rita beginnt
er ein neues Leben im sonnigen Süden. Doch er hat die Rechnung ohne seinen besten Planierraupenfahrer Ewald gemacht, der zwar als Depp gilt, sich aber als äußerst zielstrebig erweist. Den Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Präzisions-Planieren lässt der sich nicht vermiesen und macht sich auf den Weg an die Ostsee, auf seiner alten Raupe. - Kabarettist und Autor Jockel Tschiersch kommt in diesem seichten Roman über das Niveau von Stammtischwitzen kaum hinaus, bedient die Sparte Fantasien von Männern in den sogenannten besten Jahren ausgiebig und vergeudet so die Möglichkeit wirklicher Originalität. Seine Reißbrett-Charaktere bedienen alle Vorurteile, die sich im Laufe der Lektüre aufdrängen könnten, einzig der schräge Ewald entwickelt so etwas wie Tiefenschärfe. Was hätte man aus der wirklich guten Grundidee machen können! Schade, so ist dieser Titel eher überflüssig und für Büchereien aller Größen verzichtbar!
Beate Mainka
rezensiert für den Borromäusverein.
Rita und die Zärtlichkeit der Planierraupe
Jockel Tschiersch
Goldmann (2012)
253 S.
kt.