Grüner wird's nicht, sagte der Gärtner und flog davon
Schorsch' größtes Problem ist seine "Maulfaulheit". Der Gärtnermeister hat sich in seiner Welt mehr schlecht als recht eingerichtet. Enttäuscht von seiner Ehe, seiner Familie, vom Leben allgemein verbringt er seine Tage schweigsam bei seinen Rosen.
Schon bald ahnt der Leser: irgendeine Katastrophe vor 20 Jahren hat diese Schwermut ausgelöst. Eine "Leiche im Keller seiner Seele" ist Schuld an seinem grüblerischen und unkommunikativen Wesen. Nur wenn er mit seiner alten Piper in die Luft geht, überkommt ihn so etwas wie Lebensfreude. Eines Tages, nach einem der üblichen Zusammenstöße mit Ehefrau und Tochter, kommt er von einem seiner Fliegerausflüge einfach nicht zurück, sondern fliegt weiter, bis der Sprit alle ist und er notlanden muss. Damit beginnt ein grandioses Abenteuer, an dessen Ende alles gut wird. - Einfach zusammengebastelte Geschichte mit nicht immer überzeugender Gesellschaft- und Konsumkritik. Für Liebhaber leichter Lektüre dennoch überall gut geeignet.
Ulrike Braeckevelt
rezensiert für den Borromäusverein.
Grüner wird's nicht, sagte der Gärtner und flog davon
Jockel Tschiersch
Goldmann (2015)
222 S. : Kt.
kt.