Blutanger
Der Berliner Anwalt Joachim Vernau ahnt nicht, auf was er sich bei der Übernahme seines neuen Mandats einlässt. Der rumänische Saisonarbeiter Lucian Sandu wird beschuldigt, seinen Arbeitgeber, Landwirt Chris Grundmann, auf dessen Hof brutal erstochen
zu haben. Auf der Suche nach Zeugen und einem Motiv begibt sich Vernau auf den Grundmann-Hof. Dabei gerät er zwischen die Fronten – Familienstreitigkeiten auf der einen und die unwürdigen Arbeitsbedingungen der Saisonarbeiter auf der anderen Seite. Bald bemerkt er, dass andere Personen ein weitaus größeres Motiv für die Tat hatten als sein Mandant. – Nun ist also auch Frau Herrmann bei den Bauernprotesten, den Protesten der Erntehelfer, den nicht immer einfachen Transitfahrten, den überteuerten Wohnungen in Berlin und Altenresidenzen überhaupt – und noch einiges mehr – angekommen. Diese Fülle an Themen hat leider dazu beigetragen, dass nicht immer alles so schlüssig ist, wie man es von der Autorin gewohnt ist. Nichtsdestotrotz ist der Roman kurzweilig und als Krimilesefutter für alle Vernau-Fans geeignet.
Jutta Weber
rezensiert für den Borromäusverein.
Blutanger
Elisabeth Herrmann
Goldmann (2024)
493 Seiten
kt.