Zusammensein
Die Politikwissenschaftlerin ist Mutter eines 2016 geborenen behinderten Kindes. Aus eigener Erfahrung kann sie somit darlegen, dass – auch wenn die unsäglichen und verbrecherischen Maßnahmen der Vergangenheit gegenüber Behinderten inzwischen
Geschichte sind – in unserer Gesellschaft der Umgang mit Menschen mit Einschränkungen allen Bemühungen um mehr Inklusion zum Trotz vielfach immer noch viele Defizite aufweist. Anhand eingestreuter konkreter Fallbeispiele werden dabei verschiedene Probleme verdeutlicht. Insgesamt lehnt sie engagiert die Ausgrenzung von Behinderten und die Schaffung oder Aufrechterhaltung paralleler Strukturen für Menschen mit Handicap, wie etwa Förderschulen, ab, plädiert für ein respekt- und verständnisvolles Miteinander aller Menschen in den verschiedenen Lebensbereichen unserer Gesellschaft und entwickelt eine Vorstellung davon, wie dieses Zusammensein, der Kontakt aller, trotz ihrer jeweiligen Differenz, gelingen könnte. Den umfangreichen Darstellungen ist ein ausführlicher Quellennachweis beigefügt. In vorbildlicher Weise werden außerdem die Inhalte der einzelnen Kapitel in einfacher Sprache zusammengefasst, um möglichst viele Interessierte zu erreichen. – Sicherlich schon für mittelgroße Sachbuchbestände eine lohnende Anschaffung zu einem gesellschaftlichen Thema, das weiterhin unserer Aufmerksamkeit bedarf.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Zusammensein
Hadija Haruna-Oelker
btb (2024)
410 Seiten
fest geb.