Die Verluste
Klaus macht sich Sorgen wegen all der Krisenszenarien der Welt und erleidet sogar eine Panikattacke. Vor Jahren war er mit seiner Frau Kaja von Norddeutschland in die Schweiz an den Bodensee gezogen. Weil keines seiner Kinder die Nachfolge antreten
wollte, hatte er die Optik-Firma seines Vaters verkauft. Sein ältester Sohn Stefan ist Augenarzt mit eigener Praxis und lebt mit Frau und drei Kindern in München. Sohn Jonas ist ein Autor mit Schreibblockade und lebt nach der Trennung von Lily, die jetzt mit einer Frau zusammen ist, prekär in einer WG in Berlin. Tochter Anna, mit 33 Jahren die Jüngste, ist Meeresaktivistin und hat vor drei Jahren den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen. Alle drei haben ihre eigenen Probleme, die in abwechselnden Kapiteln aus deren Perspektive lebendig und anschaulich erzählt werden. – Ein Immobilienprojekt gibt Klaus neuen Schwung: Er will sich einen Luxusbunker mit autarkem Versorgungssystem auf das Nachbargrundstück bauen lassen. Eine weitere Dynamik bringt ein nie abgeschickter Brief von Großmutter Ruth an ihren damals 6-jährigen Sohn Klaus, den Jonas verwahrt. – Ein großartiger und mit viel Humor erzählter Familienroman, der in seinen fünf Teilen immer spannender wird und seine Leserschaft sogartig hineinzieht.
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Verluste
Florian Scheibe
btb (2026)
507 Seiten
fest geb.