Zwei Frauen in Dublin
Ruth ist Therapeutin und ungewollt kinderlos. Sie hat einige künstliche Befruchtungen hinter sich, ist erschöpft und entschlossen aufzugeben. Das führt zu einer Ehekrise mit ihrem Mann Aidan, der sie zu überreden versucht, einen neuen Versuch zu
wagen. Ruth weiß: Sie kann nicht mehr. Aber sie ist unsicher, ob ihr Mann zu ihr steht und bei ihr bleibt. Pen ist 16 und anders als die anderen. Sie hat autistische Züge und ist heimlich heftig verliebt in ihre beste Freundin. Pen möchte auf eine Klima-Demo gehen und sucht nach Möglichkeiten, ihrer Freundin näher zu kommen. In ihrem Debütroman geht Emilie Pine ganz nah an die beiden Protagonistinnen heran, lässt die Leser:innen teilhaben an den Gedanken, Ängsten und Hoffnungen, an ihren Projektionen und Konflikten, die sie im Laufe eines Tages durchleben, aber auch an ihren Bemühungen auf dem Weg, den sie trotz allem gehen, und wie sie sich durchkämpfen durch das, was das Leben ihnen abfordert. Ein lesenswerter Roman, der die Innenschau ihrer Protagonistinnen mit ihren Kontakten und der Umwelt, in der sie leben, verknüpft und Möglichkeiten bietet, Anderssein und Vielfalt zu verstehen und zu akzeptieren. Lesenswert.
Christiane Raeder
rezensiert für den Borromäusverein.
Zwei Frauen in Dublin
Emilie Pine ; aus dem Englischen von Cornelia Röser
btb (2024)
298 Seiten
kt.