Die Ballerina von Auschwitz
In der Jugendbuch-Ausgabe des Bestsellers "In der Hölle tanzen" geht es um das Schicksal eines jüdischen Mädchens. Edith wächst in einer Familie auf, die zu einer zweifachen Minderheit gehört: Sie sind ethnische Ungarn in einem vorrangig tschechischen
Land und Juden. Schon in ihrer Kindheit verinnerlicht sie den Glauben, dass es das Sicherste sei, sich zu assimilieren, anzupassen, niemals aufzufallen. Als dritte Tochter ist Edith der "Kümmerling" der Familie und steht im Schatten der beiden großen Schwestern. Das Ballett wird zu ihrer großen Leidenschaft. Die talentierte Tänzerin und Turnerin träumt davon, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Doch inzwischen herrscht Krieg, und für ein jüdisches Mädchen sind die Zukunftsperspektiven düster. 1944 wird Edith mit der Familie in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo ihr Talent dem berüchtigten Arzt Dr. Mengele auffällt. – Nüchtern und sachlich schreibt die Autorin über die unvorstellbare Grausamkeit im KZ. Es sind eindringliche, schwer zu ertragende Bilder, die sich beim Lesen vor dem inneren Auge auftun. Trotz der permanenten Todesnähe gibt Edith die Hoffnung nicht auf, das Unvorstellbare zu überleben. Für alle Bestände empfohlen.
Gertrud Plennert
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Ballerina von Auschwitz
Edith Eva Eger mit Esmé Schwall ; aus dem Englischen von Meredith Barth
btb (2025)
271 Seiten
kt.