Wir sind doch alle da

Benny hatte einen Unfall und liegt seitdem im Koma auf der Intensivstation. Seine Familie eilt an sein Krankenbett: die Eltern Michael und Ines Maus, die sich eigentlich nie mehr begegnen wollten, nicht wissen, was sie zu ihrem bewusstlosen Sohn sagen Wir sind doch alle da sollen und deshalb zu streiten anfangen; der Großvater und Familienpatriarch Ferdinand Maus, der immer alles im Griff zu haben glaubt, über die anderen hinweg alles organisiert und deren Leben bestimmen will, bei dem Benny lebt, seit seine Eltern sich getrennt haben. Großmutter Else hat MS und sitzt im Rollstuhl - und keiner fährt sie zu Benny, "weil das ja doch nichts bringt", seine Tante Sabine ist mit ihrer kleinen Tochter vom Partner verlassen worden und plant ihr neues Leben, und dem jüngeren Sohn von Ferdinand Maus, der das Sanitär- und Elektrogeschäft der Familie führt, ist die Frau auch abhandengekommen. Alle sind sie da mit ihren Erinnerungen und Konflikten, ihrer Eifersucht und ihrem Streit, jeder sucht nach der besten Lösung für seine eigenen Probleme, und als Benny nach einem Jahr wieder aufwacht, ist keiner aus der Familie da. - Der Autor erzählt aus immer wieder wechselnden Perspektiven das Drama einer zerstörten Großfamilie, mal ironisch-witzig, mal bitterböse und sehr lebensnah. Sehr lesenswert!

Gudrun Eckl

Gudrun Eckl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Wir sind doch alle da

Wir sind doch alle da

Bernd Schroeder
Hanser (2015)

174 S.
fest geb.

MedienNr.: 580501
ISBN 978-3-446-23267-9
9783446232679
ca. 18,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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