Quantenlicht
Der Erste Weltkrieg war vorbei, Deutschland lag politisch, wirtschaftlich und moralisch am Boden. Die Wissenschaft war in dieser Zeit einer der wenigen Gebiete, in der Deutschland glänzen konnte. Die Dekade von 1919 bis 1929 war eine extrem spannende
Zeit, in der sich die moderne Physik, Quantenmechanik und Relativitätstheorie, entwickelte. Die Protagonisten dieser wissenschaftlichen Auseinandersetzung waren u. a. Max Planck, Albert Einstein, Niels Bohr und Werner Heisenberg und die Schauplätze Berlin, München, Göttingen und Kopenhagen. Im Detail erfährt man von dem intensiven Austausch unter den Wissenschaftlern in Briefen, Konferenzen und gegenseitigen Besuchen, wobei die desaströse Versorgungslage in dieser Zeit nicht ausgespart bleibt. Der Autor zeigt die Entwicklungen des öffentlichen Lebens in Kultur und Technik und ihre Beziehung zu der neuen Physik. Dabei war der Antisemitismus auch in der wissenschaftlichen Welt präsent, schon 1920 wurde Einstein diffamiert und seine Allgemeine Relativitätstheorie als Dadaismus verspottet. – Wer an der Physik und den Forschenden interessiert ist, kann hier sehr detailliert das wissenschaftliche Ringen um die richtige Interpretation der Quantentheorie nachverfolgen.
Ruth Titz-Weider
rezensiert für den Borromäusverein.
Quantenlicht
Thomas de Padova
Hanser (2024)
429 Seiten : Illustrationen
fest geb.