Die Probe
Eine Schauspielerin in Manhattan trifft einen jungen Mann, Xavier, in einem Restaurant. Er eröffnet ihr, er sei ihr Sohn. Das ist jedoch nicht möglich, die Schauspielerin hat nie ein Kind geboren. Da betritt ihr Ehemann das Restaurant – ein Zufall?
Oder der Anfang von etwas anderem? Der Roman besteht aus zwei Teilen und ist aus der Perspektive der namenlosen Ich-Erzählerin erzählt. Sie nimmt den Leser an die Hand durch ihre Gedanken zu ihrer Ehe, ihrer Vergangenheit und dem schwierigen Thema „Kind – ja oder nein“. Im zweiten Teil ist augenscheinlich viel passiert. Die Protagonistin und ihr Mann betrachten Xavier als ihren Sohn, er zieht, besser, nistet sich bei ihnen ein. Warum, erfährt man nicht. Was ist Wahrheit, Wunsch, Traum oder Besessenheit? Die Fragen werden nicht beantwortet, der Grat zwischen Dichtung und Wahrheit ist schmal. – Für alle Fans von psychologischer Literatur.
Tanja Bergold
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Probe
Katie Kitamura ; aus dem Englischen von Henning Ahrens
Hanser (2025)
173 Seiten
fest geb.