In Erwartung eines Glücks
Irène, eine ältere deutsch-französische Schriftstellerin, liegt mit einer Hirnhautentzündung im Krankenhaus. Im Gepäck hat sie den Roman „Vernichten“ von Michel Houellebecq. Sie fühlt eine Verbindung zur Hauptfigur Paul, der sich krebskrank
mit seiner Frau versöhnt. Vor Kurzem ist Irènes Mann Johann gestorben. Das Ehepaar hatte sich zu Studienzeiten in Frankreich kennengelernt. Während Irène unter Konzentrations- und Wortfindungsstörungen leidet, erinnert sie sich an Johann und versucht, an ihrem neuen Roman weiterzuarbeiten. Sie denkt über ihr Leben als Schriftstellerin nach, in dem sie ihr Schreiben als Versuch der eigenen Sichtbarmachung begreift. Auf dem Krankenhausflur trifft sie auf einen Mann, dem sie den Namen „Froschmann“ gibt. Er läuft mit grünem Bademantel und grünen Schlappen durch die Gegend. Die beiden sprechen über ihre Ehen und über die Kommunikation zwischen Männern und Frauen. In Irènes Zimmer liegt ein wortkarges junges Mädchen, dem die Ältere Literatur als Lebenshilfe näherbringen möchte. – Schenks neuer Roman ist ein Ineinanderfließen von Reflexionen und Traumsequenzen über das Leben, das Lieben, den Tod, die Literatur und das Schreiben. Für literarisch interessierte Leser:innen.
Susanne Emschermann
rezensiert für den Borromäusverein.
In Erwartung eines Glücks
Sylvie Schenk
Hanser (2025)
175 Seiten
fest geb.