John of John
Nach seinem Studium in Edinburgh und der anschließend erfolglosen Job-Suche, kehrt Cal auf seine Heimatinsel Harris in den Äußeren Hebriden zurück. Er liebt die Farben, die Natur und das raue Klima der Insel, kann sich aber nur schwer wieder an
den Menschenschlag und seinen eigensinnigen Vater gewöhnen. Cal hat in Edinburgh seine Homosexualität offen gelebt, hat sich seiner Familie gegenüber aber nie offenbart. Allein seiner geliebten Großmutter zuliebe bleibt er auf der Insel und arbeitet zusammen mit seinem Vater auf dem gemeinsamen Hof und in der hofeigenen Weberei für Tweedstoffe. Was Cal nicht weiß: auch sein Vater führt seit Jahrzehnten mit seinem besten Freund Innes eine Liebesbeziehung, deretwegen Cals Mutter die Scheidung einreichte. Cals Großmutter will Vater und Sohn wieder zusammenbringen und dadurch Cals Vater zwingen, seine Beziehung zuzugeben und endlich sein Glück zu finden. – Dieser Roman ist ein wahres Schmuckstück, nicht nur für Liebhaber der schottischen Mentalität. Obwohl die Menschen so rau wie die sie umgebende Natur sind, strahlt der Roman eine menschliche Wärme und Gemeinschaftssinn aus, wie man sie selten findet. Es ist anrührend zu lesen, wie schwer Vater und Sohn sich tun, obwohl sie sich so ähneln. Ein großartiger Familienroman, der einen tief berührt und bis zur letzten Seite fesselt.
Stefanie Simon
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
John of John
Douglas Stuart ; aus dem Englischen von Sophie Zeitz
Hanser Berlin (2026)
558 Seiten
fest geb.