Brotbrechen

Die Kirche brennt, das Reich Gottes drängt. Mit diesen Worten hat der Theologieprofessor Hubert Frankemölle sein vorangegangenes Buch zum beispielgebenden Leben Jesu abgeschlossen. Wie die "brennende Kirche" gelöscht, renoviert und wieder geistliche Brotbrechen Heimat werden kann, weist sein neues Werk. Am Beispiel des Brotbrechens mit den Emmausjüngern (versus Eucharistische Feier) erfährt der Leser: Es gibt verständlichere und dabei biblisch fundierte liturgische Riten, die den Menschen der Moderne einen Zugang zum Glauben eröffnen können. Die Sakramente wie auch weite Teile der Kirchenlehre, so die These, gründen in Konzilien vom 5. bis zum 16. Jh.; sie atmen den Geist anderer Zeiten, waren einst Antworten auf inzwischen Überlebtes. Es fehle dazu nicht an theologischer Einsicht, sondern am Willen der Kirchenhierarchie. Dem verstorbenen Papst Franziskus bescheinigt der Autor erste, kluge Schritte in eine neue Zukunft. – Selten machen sich die Apologeten synodaler Strukturen und zeitgemäßer Glaubensformen die Mühe, ihre Vorschläge biblisch zu verorten. Im permanenten Bezug auf die Schrift und einer kraftvollen, überzeugenden Sprache liegen die Stärken des Buches. Es wendet sich an alle, wirklich alle, denen die Katholische Kirche am Herzen liegt. Laien wie Kleriker, Gläubige wie Enttäuschte, erst recht an die am Status Quo Verzweifelnden. Schnell konsumierbare Antworten gibt es nicht. Wer stattdessen in der Schrift und auf Jesu Leben gegründete Wege sucht, hin zu einer Kirche, die wieder Salz der Erde sein kann, findet Ansätze in Fülle.

Werner Wagner

Werner Wagner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Brotbrechen

Brotbrechen

Hubert Frankemölle
Herder (2025)

414 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 623091
ISBN 978-3-451-02496-2
9783451024962
ca. 36,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Re
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