Haltepunkte
Als Beatrice von Weizsäcker 2020 zum katholischen Glauben konvertierte, war sie Präsidiumsmitglied des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Der evangelische Pfarrer Norbert Roth wäre vor Jahren beinahe mit fünf anderen Lutheranern in ein Zisterzienserkloster
eingetreten. Die beiden verbindet eine tiefe Freundschaft, und bestimmte Orte sind für sie unabhängig voneinander bedeutsam geworden. Lebensmittelpunkt in München, schmerzliche Begegnungen mit dem Tod u.a. in Berlin (Weizsäckers Bruder wurde dort 2019 ermordet, Roth beerdigte einen Freund), spirituelle Erfahrungen in Jerusalem, Rom und bei Klosteraufenthalten. Entlang dieser Stationen berichten und reflektieren sie abwechselnd über ihre oft überraschenden Erfahrungen mit Gott, vermitteln eine Ahnung vom Erleben des verstandesmäßig nicht Fassbaren; nachdenklich und unkonventionell, in mal frischer, mal fast poetischer Sprache. Glaubensbestärkende Lektüre in beeindruckenden, durchaus kritischen und selbstkritischen persönlichen Zeugnissen, durch die bei allem Tiefgang auch immer wieder Humor aufblitzt. Klare Empfehlung für alle Bestandsgrößen!
Monika Graf
rezensiert für den Borromäusverein.
Haltepunkte
Beatrice von Weizsäcker, Norbert Roth
Herder (2021)
272 Seiten : Illustrationen
fest geb.