Wenn das so ist, zieh ich aus!
Emil hat einen schlechten Tag. Im Kindergarten gab es Streit, zuhause hat er dann auf gar nichts Lust und als er dann doch endlich eine Idee hat – nämlich malen – sagt Mama, dass es dafür schon zu spät ist, weil er noch in die Badewanne soll.
Da reicht es Emil, und er beschließt in seiner Wut, dass er ausziehen wird. Kurzerhand packt er seinen Rucksack und erklärt Mama, dass er jetzt nach Afrika geht. Mama bleibt ruhig und schlägt ein Bad vor, damit er sauber für die Reise ist und kann Emil überzeugen, dass ein Schlafanzug für die Reise genau das richtige Kleidungsstück ist. Hungrig reisen möchte Emil dann auch nicht und genießt das Abendessen, das Mama extra nach seinen Vorlieben gemacht hat. Wird Emil wirklich abreisen oder schläft er noch eine Nacht darüber, bevor er sich entscheidet? Der Text wird sehr passend durch bunte, detailreiche Illustrationen ergänzt, bei denen wir die Gefühlsachterbahn von Emil in seinem Gesichtsausdruck wunderbar mitfühlen können. – „Dann zieh ich halt aus!“ Diesen oder einen ähnlichen Satz kennen wohl alle Eltern, wenn ihre Kinder in der Autonomiephase oder auch später in einem Gefühlsausbruch einfach nur noch weg von allem wollen. Das Bilderbuch greift diese alltägliche Familiensituation sehr gefühlvoll, empathisch und witzig auf. Die Mama im Buch nimmt Emils Gefühle ernst, begleitet ihn liebevoll und geschickt und hilft ihm so dabei, seine Wut verrauchen zu lassen.
Ulla Hittmeyer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wenn das so ist, zieh ich aus!
Mim ; Illustration: Héloise Solt ; aus dem Französischen von Anna Butte
Herder (2026)
[40] Seiten : farbig
fest geb.