»Ich bin ein Magnet für alle Verrückten«
In seinen letzten Jahren hatte der weltberühmte Physiker Albert Einstein (1879-1955) in Princeton eine Affäre mit Johanna Fantova, die er aus Prager Zeiten kannte und die an der Universitätsbibliothek arbeitete. In den Jahren 1953 bis 1955 telefonierten
sie fast jeden Tag miteinander, wobei Frau Fantova Einsteins Worte sorgfältig notierte und später in einem Heft zusammenfasste. Sie wurden durch Zufall 2004 wiederentdeckt und zeigen seine letzten Gedanken zu Wissenschaft, Politik und Liebe. So äußert sich Einstein u.a. zur gefährdeten Geistesfreiheit in Amerika, zu bedrohten Bürgerrechten, zur deutschen Wiederaufrüstung, zum Verhältnis Israels zu den Palästinensern und zu Begegnungen mit anderen Wissenschaftlern. Einmal sagte er mit Bezug auf ein berühmtes Porträt: "Die ausgestreckte Zunge gibt meine politischen Anschauungen wieder." Die Notizen werden hier, mit zahlreichen Anmerkungen versehen, im zentralen Teil des Buches abgedruckt. Dazu gibt es davor eine ausführliche Einführung des Publizisten Peter von Becker und danach Anmerkungen zur Wirkungsgeschichte des unkonventionellen Gelehrten. – Als Ergänzung zu Biografien über Albert Einstein empfohlen.
Michael Mücke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
»Ich bin ein Magnet für alle Verrückten«
Peter von Becker
Heyne (2025)
255, [16] Seiten : Illustrationen (teilweise farbig)
fest geb.