Die unerhörte Reise der Familie Lawson
Lose auf der Geschichte Pinocchios basierend erzählt das Buch die Geschichte des Menschen Victor und seiner Familie. Sein Vater Giovanni ist ein Roboter, ebenso wie ihre beiden Mitbewohner in einem kleinen Haus mitten im Wald. Als Victor eines Tages
den Androiden Tom von einem seiner Streifzüge mitbringt, hat das Konsequenzen ungeahnten Ausmaßes für die ganze Familie. In gewohnt ruhigem Schreibstil behandelt der Autor auch hier tiefgründige Themen wie die Frage was einen Menschen eigentlich menschlich macht. In einer Welt mit extrem fortschrittlichen Robotern und Androiden wird hinterfragt ob Gefühle, Namen und Alter inhärent menschliche Eigenschaften sind. Ebenso liegt ein starker Fokus auf Interaktion und der Bedeutung von Verletzlichkeit. Während die Handlung eher schleppend voranschreitet, liegt das Hauptaugenmerk klar auf den Charakteren. Diese dürften aufgrund des sehr gewöhnungsbedürftigen Humors leider nicht auf alle Lesenden sympathisch wirken. Das Buch ist gespickt mit anzüglichen Witzen, die in starkem Kontrast zum restlichen Ton des Buches stehen und dadurch den Lesefluss stören. Deshalb ist das Buch im Gegensatz zu den anderen Romanen des Autors nur bedingt weiterzuempfehlen.
Agnes Schmidtner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die unerhörte Reise der Familie Lawson
T. J. Klune ; aus dem Amerikanischen von Michael Pfingstl
Wilhelm Heyne Verlag (2023)
475 Seiten
kt.