Die geheime Mission

Berlin 1948: Nelas Eltern flohen als Kommunisten vor den Nationalsozialisten nach Mexiko, wo ihre Tochter glückliche Jugendjahre erlebte. Bei Kriegsende kehren sie nach Berlin zurück, wo die Mutter sofort in den Führungskader der neugegründeten Die geheime Mission SED aufsteigt, während der Vater sich, enttäuscht vom moskauhörigen Kurs seiner Genossen, vom Kommunismus abwendet und wegen seiner Russischkenntnisse von der CIA angeworben wird. Den Kontakt zu Nela hat er verloren, seine Exfrau hasst ihn abgrundtief. Nela ist noch voller Enthusiasmus für die sozialistischen Bestrebungen und Ziele der zukünftigen DDR und engagiert sich mit Verve in ihrem Volontariat bei der „Jungen Welt“. Das ändert sich, als ein Kollege, in den sie verliebt ist, wegen systemkritischer Artikel verhaftet und auch ihre Arbeit zunehmend zensiert wird. Frustriert sucht sie den Kontakt zum Vater im Westen, und ehe sie sich versieht, bindet er sie in seine Spionagetätigkeiten ein. Bald schwebt sie in Lebensgefahr. – Mit Präzision und Anteilnahme beschreibt Titus Müller die brandgefährliche Situation im geteilten Berlin, die in der monatelangen Blockade des Westteils durch die Russen gipfelte und die leicht in einem neuen Krieg hätte enden können. Bei ihm werden sorgsam recherchierte Fakten zu einer lebendigen Geschichtslektion, die Zusammenhänge auch für Lesende verständlich macht, die sich mit den Anfängen von DDR und BRD bisher nur wenig beschäftigt haben. Die Geschichte von Nela, ihrer ideologisch verbohrten Mutter und dem Agentenvater darf gerne fortgesetzt werden. Allen Büchereien unbedingt empfohlen.

Susanne Steufmehl

Susanne Steufmehl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die geheime Mission

Die geheime Mission

Titus Müller
Wilhelm Heyne Verlag (2026)

366 Seiten : Illustrationen
kt.

MedienNr.: 756088
ISBN 978-3-453-42989-5
9783453429895
ca. 17,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
Diesen Titel bei der ekz kaufen.