Die unsichtbare Hand
Am 13. Juni 1975 werden Danny, 17 Jahre, und Poppy, 14 Jahre, in ihrem Elternhaus ermordet aufgefunden. Der 16-jährige Vincent, blutüberströmt, wird des Mordes bezichtigt. Die Tatwaffe, ein Küchenmesser, ist aber nicht zu finden. Vincent wird freigesprochen.
Im Lauf seines Lebens macht er Karriere als Autor von blutrünstigen Thrillern. Seine Tochter Olivia, vom Vater vernachlässigt, bricht als junge Frau jeglichen Kontakt zu ihm ab und arbeitet schon seit Jahren als Ghostwriterin. Momentan durchlebt sie jedoch eine Flaute und wäre über jedes neue Angebot froh, wenn es nicht dieser fast unannehmbare Auftrag der Agentur ihres Vaters wäre. 50 Jahre nach den Morden soll sie dessen Memoiren verfassen. Da Olivia finanziell am Abgrund steht, unterschreibt sie notgedrungen den Vertrag. Als sie ihren Vater nach langer Zeit wiedertrifft, muss sie feststellen, dass er schwer erkrankt ist und deshalb ganz bewusst sie als Autorin ausgesucht hat. Schnell wird ihr auch klar, dass er damals entweder tatsächlich die Morde begangen hat oder mit ihrer Hilfe jetzt noch den wahren Täter finden möchte. 50 Jahre jedoch sind eine lange Zeit. Manche Zeugen von damals sind bereits verstorben, andere können sich nicht mehr erinnern. Olivia versucht auch die kleinsten Puzzleteile zu einem Bild zusammen zu fügen. Erst als sie in dem seit jener Zeit verlassenen Elternhaus des Vaters ein Versteck mit Super-8 Filmrollen von Poppy findet, wird das unendliche Grauen sichtbar und der Fall klärt sich auf. – Ein Thriller, bei dem sich Einschübe und Tagebuchaufzeichnungen von damals mit gegenwärtigen Nachforschungen abwechseln und der mit seinem überraschenden Ende für gehörige Spannung sorgt.
Josef Schnurrer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die unsichtbare Hand
Julie Clark ; aus dem Amerikanischen von Ursula Pesch und [einer weiteren]
Wilhelm Heyne Verlag (2025)
398 Seiten
kt.