Was nützt mir die Revolution, wenn ich nicht tanzen kann?
Vor dem Hintergrund der Umwälzungen in der arabischen Welt treffen drei Frauen in einem Hotel in Tunis zufällig aufeinander: die tunesische Tänzerin Amira, die ägyptische Akademikerin Maryam, und die als Ich-Erzählerin namenlose arbeitslose türkische
Journalistin. Alle sind sie auf der Flucht vor der Vergangenheit und wissen nicht, wohin. Das ändert sich schlagartig, als sie die charismatische Madame Lilla kennenlernen, die sie kurzerhand mitnimmt auf eine Reise ins Ungewisse, von Tunesien über Libyen, Ägypten bis nach Beirut. Die vier Frauen erleben ungeahnte Abenteuer, treffen auf blühende Judasbäume in der Wüste, starke Frauen in Männerkleidung und erleben vor allen Dingen die kompromisslose Stärke weiblicher Solidarität. Ece Temelkurans Roman ist ein Feuerwerk der Phantasie, ein aberwitziges Roadmovie, und steckt gleichzeitig voll orientalischer Weisheiten aus einer Zeit, als es noch Göttinnen gab, die die Frauen zu schützen wussten. Wer sich darauf einlässt, den lässt dieser Roman so schnell nicht mehr los. Breit empfohlen. (Übers.: Johannes Neuner)
Martina Häusler
rezensiert für den Borromäusverein.
Was nützt mir die Revolution, wenn ich nicht tanzen kann?
Ece Temelkuran
Atlantik (2014)
398 S.
fest geb.