Die letzte Prinzessin

Als junges Mädchen erlebt Elisabeth den nie ganz aufgeklärten Tod ihres Vaters, des Thronfolgers, auf Schloss Mayerling mit. Streng behütet und ganz in der Tradition des Erzhauses wächst sie auf, hat aber ein besonders enges Verhältnis zum Großvater, Die letzte Prinzessin dem Kaiser, auch wenn ihre Mutter durch ihre spätere Eheschließung aus dem engen Familienkreis ausscheiden musste. Auch Elisabeth, genannt Liesl, scheidet aus dem Kreis der Thronfolgeberechtigten aus, als sie um 1900 einen Fürsten Windisch-Graetz ehelicht. Obwohl ihr Wille, wird die Verbindung unglücklich; die Erzherzogin zieht sich im Ersten Weltkrieg auf ihr Landgut in der kriegswichtigen Industrieregion bei Wien zurück und lernt dort das Leben aus der Perspektive der hungernden Arbeiter kennen. Sie wendet sich der Sozialdemokratie zu und findet in Leopold Petznek einen neuen Lebensgefährten. - Der Autor erzählt diese Lebensgeschichte aus zwei Perspektiven. Die eine gehört zum langjährigen Gärtner an Elisabeths Alterssitz, der die letzten Stunden der Kaiserenkelin unmittelbar erlebt. Die andere führt chronologisch durch die wesentlichen Lebensabschnitte Elisabeths bis zur Gründung der Republik. Prinz ist so ein engmaschiger Einblick in die letzten Jahrzehnte des regierenden Hauses Habsburg gelungen, der viel Empathie für die Erzherzogin und ihre Lebensentscheidungen beinhaltet. Das Buch wendet sich vor allem an historisch Interessierte, die diese Epoche nicht nur mit Sissi-Filmen in Verbindung bringen.

Pauline Lindner

Pauline Lindner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die letzte Prinzessin

Die letzte Prinzessin

Martin Prinz
Insel-Verl. (2016)

340 S.
fest geb.

MedienNr.: 830323
ISBN 978-3-458-17683-1
9783458176831
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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