Die letzten Tage
Auf einer wahren Begebenheit fußend, setzt sich Martin Prinz mit einer Reihe von Standgerichtsverfahren unter Führung des brutalen Nationalsozialisten Johann Braun in einem kleinen österreichischen Gebirgstal auseinander. Die Standgerichte und deren
Todesurteile waren auch nach damaliger NS-Rechtsprechung rechtswidrig. Der Autor arbeitet die Quellen auf, die von der späteren juristischen Untersuchung 1947 existieren, z.B. Augenzeugenberichte, Erinnerungen, Aussagen vor Gericht usw. So entsteht eine literarische Darstellung der grausamen Geschehnisse bis in die Einzelheiten. Den Schluss bilden ausführliche Protokolle der Gerichtsverhandlungen, die mit Todesurteilen und Hinrichtungen der Hauptschuldigen enden. – Der österreichische Regionalbezug lässt das Buch für deutsche Büchereien eher weniger geeignet erscheinen. Wegen der Auseinandersetzung mit Schuld und Verbrechen während des unmittelbar bevorstehenden Kriegsendes jedoch trotzdem ein wertvoller Beitrag. Interessierten Büchereien gerne empfohlen.
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die letzten Tage
Martin Prinz
Jung und Jung (2025)
260 Seiten
fest geb.