Und später für immer
Frühjahr 1945: kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs beschließt Feldwebel Johann Meinert, Funker bei der deutschen Luftwaffe, angesichts der Hoffnungslosigkeit der Lage zu desertieren. Auf dem heimatnahen Fliegerhorst Stade stationiert, ergreift er
mit drei weiteren Soldaten die Gelegenheit zur Flucht. Er versteckt sich in der Scheune seiner Tante Alma in Engelschoff, sein Ziel ist es, nach Hause zu seiner Frau Emmy und dem Kind zu kommen, das er noch nie gesehen hat. Es sind nur wenige Kilometer bis Süderwisch zu Emmy und dem Neugeborenen, aber sie darf nicht wissen, wo der Deserteur ist, denn sie suchen ihn. Johann lebt ständig in Angst, entdeckt zu werden. In seinem Versteck bekommt er Besuch von Frieda, einem sechzehnjährigen Mädchen aus der Nachbarschaft. Die beiden führen lange Gespräche über ihre Hoffnungen und über Johanns Liebe zu Emmy und seinen anhaltenden Wunsch, bald wieder mit ihr zusammen sein zu können. Doch Johann zweifelt, ob er Frieda wirklich trauen kann, er hat Angst, dass sie ihn verraten wird. – Der Roman des deutschen Autors Volker Jarck basiert auf dem Tagebuch seines Großvaters. Authentisch, in nüchterner Sprache und ohne Sentimentalität spiegelt seine Geschichte die seelische Zerrissenheit der Protagonisten und den Überlebenswillen eines Soldaten am Ende des Zweiten Weltkrieges wider. Das lesenswerte Buch, das daran erinnert, welches Leid Menschen in Zeiten des Krieges ertragen müssen, ist überall gut einsetzbar.
Günther Freund
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Und später für immer
Volker Jarck
Insel (2024)
205 Seiten
fest geb.