"Einige Herren sagten etwas dazu"
Als sich im Jahre 1947 eine Gruppe deutscher Autoren zusammentut, so wollen diese meist jungen Männer das geistige Leben Deutschlands neu erschaffen und in der Literatur Wirklichkeit transparent machen. Zu der Gruppe gehören aus heutiger Sicht bekannte
Namen wie Günter Grass, Martin Walser, Heinrich Böll und Hans Magnus Enzensberger. Die Autorinnen bleiben jedoch eine Minderheit und, bis auf wenige Ausnahmen, weitgehend unsichtbar. Die Gründe dafür sieht Nicole Seifert in der Geschlechterzuschreibung der Nachkriegszeit und in der traditionellen Abwertung weiblichen Schreibens durch die männlich geprägte Literaturkritik. In ihrem gründlich recherchierten Buch verleiht sie den Schriftstellerinnen, die oft ihrer Zeit und ihren Kritikern weit voraus waren, eine Stimme und schreibt dadurch ein neues, längst überfälliges Kapitel der deutschen Literaturgeschichte. Es ist ein kluges, spannend erzähltes und in jeder Hinsicht bemerkens- und empfehlenswertes Werk.
Gertrud Plennert
rezensiert für den Borromäusverein.
"Einige Herren sagten etwas dazu"
Nicole Seifert
Kiepenheuer & Witsch (2024)
341 Seiten : Illustrationen
fest geb.