The Shards
Der Meister ist zurück. Und es ist nicht übertrieben, hier von seinem Meisterwerk zu sprechen nach "American Psycho", dem Kultwerk von 1991. Auf über 700 Seiten nimmt der Autor und Protagonist des autofiktionalen Romans die Leser:innen mit in die
1980er Jahre in Los Angeles. Die Clique um den 17-jährigen Bret wächst privilegiert auf und dröhnt sich hemmungslos zu in ihren Privatschuluniformen. In diese unantastbare Blase aus Reichtum und Jugend bricht der brutalste und wahnsinnigste Serienkiller, der der Clique immer näher kommt. Bret, selbst auf der Suche nach seiner sexuellen Identität und in einem Scheinleben gefangen, ist von dem sog. "Trawler" gleichermaßen besessen wie schockiert und driftet bald gänzlich ab. - Der Roman ist ebenso faszinierend und surreal wie der Killer, atmosphärisch dicht und wie ein Soundtrack zu dieser Zeit: Man gerät in seinen Bann und verneigt sich ehrfürchtig-irritiert vor diesem Epos, auch wenn am Ende nichts als Scherben bleiben. Sehr zu empfehlen, aber mit Warnhinweis, falls der Name des Autors allein nicht reichen sollte.
Carolin Ahrabian
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
The Shards
Bret Easton Ellis ; aus dem amerikanischen Englisch von Stephan Kleiner
Kiepenheuer & Witsch (2023)
736 Seiten
fest geb.