Was der See birgt
Als Polizeireporterin Gianna Pitti am Seeufer von Riva del Garda einen Toten als den ihr bekannten Filippo, ebenfalls Reporter, erkennt, ahnt sie noch nicht, wie tief sie persönlich in die Ermittlungen involviert wird. Filippo interessierte sich sehr
für die Villa des Schriftstellers Gabriele d'Annunzio bei Gardone Riviera, die als Vittoriale degli italiani nicht nur Touristen anzieht. Kleine bunte und goldene Fischanhänger, mal als Geschenk für Gianna, mal als rätselhafter Fund beim toten Filippo und einem weiteren Mordopfer, mal als Erkennungszeichen einer wirtschaftlich und politisch mächtigen Organisation, führen Gianna und die Ermittler der Polizei zur Lösung des Falls. Tatkräftig unterstützt wird Gianna durch ihre Chefin Elvira und Marchese Pitti-Sanbaldi, ihren Onkel, denen die Symbolik des Fisches bestens bekannt ist. Gianna folgt so einer geheimnisvollen Spur entlang der Ufer des Gardasees, teils auf ihrer Vespa, teils mit ihrem Onkel in dessen Porsche. Ihre Aktivitäten sind nicht ganz legal und bringen sie schließlich in äußerste Gefahr, als sie dem Geheimbund der "Jünger d'Annunzios" zu nahe kommt. - Jeder Ausflug Giannas am Gardasee bringt neue Aspekte für den Fall, neue Einblicke in die Schönheit der Umgebung, geizt aber auch nicht mit Kritik am Tourismus. - Koppelstätters Auftaktroman einer neuen Serie ist eine Hommage an den Gardasee und die investigative Presse. Trotz einiger erzählerischer Schwächen spannend, humoristisch und lesenswert. Für jede Bestandsgröße geeignet.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Was der See birgt
Lenz Koppelstätter
Kiepenheuer & Witsch (2024)
224 Seiten : Karten
kt.