Jungs von heute, Männer von morgen
Um persönliche, gesellschaftliche und globale Krisen erfolgreich bewältigen können, werden die Männer von morgen ein breites Spektrum an Verhaltensmöglichkeiten benötigen, nicht zuletzt Fürsorge für sich und andere. Klares Ziel ist für Anne
Dittmann eine gleichberechtigte Gesellschaft zum Wohle aller. Derzeit scheint jedoch eher ein Rückfall in altbekannte Muster, wie zur Schau getragene Stärke und Dominanzverhalten, stattzufinden. Zu den Ursachen und Zusammenhängen hat die Journalistin recherchiert und mit Fachleuten gesprochen. Als Mutter eines Sohnes im Teenageralter lässt sie auch zahlreiche eigene Erfahrungen einfließen und zeigt, wie tief in der Gesellschaft Geschlechterstereotype verwurzelt sind, die für die seelische und letztlich auch körperliche Gesundheit von Jungen und Männern zur Gefahr werden können. Sie mahnt gesellschaftliche Änderungen an, gibt aber auch viele Tipps, wie Eltern und insbesondere Mütter im Familienalltag an deren Überwindung arbeiten können. Diese Tipps fasst sie am Ende jedes Kapitels in einer To-do-Liste zusammen. Auch wenn nicht alle Schlussfolgerungen ganz frei von Widersprüchen sind, ist das Buch insgesamt eine aufrüttelnde und inspirierende Mischung aus flüssig zu lesender Analyse und Ratgeber, die für alle Bestände empfehlenswert ist. Der Vollständigkeit halber sei im katholischen Kontext erwähnt, dass an zwei Stellen deutlich wird, dass die Autorin die Legalisierung von Abtreibung als wichtiges gesellschaftliches Ziel ansieht.
Monika Graf
rezensiert für den Borromäusverein.
Jungs von heute, Männer von morgen
Anne Dittmann
Kösel (2025)
271 Seiten : Illustrationen
kt.