Ich, Ariadne

Ariadne wächst als Tochter des König Minos von Kreta im Palast von Knossos auf, wo ihr Halbbruder Minotaurus, halb Mensch, halb Stier, im unterirdischen Labyrinth gefangen ist. Jedes Jahr schickt das von Minos unterworfene Athen vierzehn Jugendliche Ich, Ariadne als Tribut nach Kreta, um den Hunger des Minotaurus zu stillen. Ariadne lehnt sich gegen ihren Vater auf und verliebt sich in Theseus, einen der Todgeweihten. Er verspricht ihr, sie mit nach Athen zu nehmen, wenn sie ihm hilft, den Minotaurus zu töten. Ariadne verrät den Zugang zum Labyrinth und schenkt Theseus einen roten Wollfaden, mit dem er den Weg zurückfindet. Doch Theseus bricht sein Versprechen und Ariadne bleibt allein auf Naxos zurück. - Jennifer Saint, die sich schon als Kind für griechische Mythologie begeisterte, entwirft die Geschichte aus Sicht der Protagonistinnen: Abwechselnd lässt sie Ariadne und ihre Schwester Phädra erzählen. Das weckt Interesse, die Erwartungen werden aber nur teilweise erfüllt. Es ist nicht leicht, den Protagonistinnen wirklich nahe zu kommen. Alles wirkt etwas hölzern und distanziert, spannende Passagen sind eher selten. Eine interessante Schau auf die Geschichte der beiden Frauen ist es dennoch.

Christiane Raeder

Christiane Raeder

rezensiert für den Borromäusverein.

Ich, Ariadne

Ich, Ariadne

Jennifer Saint ; aus dem Englischen von Simone Jakob
Ullstein (2021)

408 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 985385
ISBN 978-3-471-36025-5
9783471360255
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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