Am dunklen Fluss
Ein Mann, der als Kind von seinem Vater so verprügelt wurde, dass er zeitlebens verunstaltet ist und von Hass zerfressen wird. Ein alter Hund, bei dem eine Katze Zuflucht findet und ihren zwei Jungen zum Vater wird. Der Alligatorkönig und die mythische
Gestalt einer uralten Schlange, deren Tochter Gestaltwandlerin war. In kurzen Sequenzen wird eine Geschichte zwischen Wirklichkeit, Traum und Mythos erzählt. Der Mann will den Alligator fangen und benutzt dazu Katze und Hund als Köder. Die Schlange, die aus eigener Schuld Tochter und damit Enkelin verloren hat, weil sie egoistisch nur ihre eigenen Wünsche verfolgt hat, entscheidet sich in einem dramatischen Showdown für die Liebe. Dadurch erlöst sie nicht nur den Hund und seine beiden Katzenkinder aus tödlicher Gefahr, sondern auch sich selbst. - Dies ist ein ganz besonderes Buch, das schwebend zwischen harter Realität und mythischen Bildern verschiedene Facetten von Liebe darstellt: die bedingungslose Liebe einer (Katzen)Mutter, die unverhoffte Liebe zwischen zwei gegensätzlichen Wesen, die egoistische Liebe einer (Schlangen)Mutter, die ihrer Tochter das Glück nicht gönnen kann und noch weitere Spielarten. Stilistisch wechseln sich Erzählpassagen mit Absätzen ab, in denen in kürzesten und sich stetig wiederholenden Sätzen das Geheimnis von Freundschaft, Treue und Liebe ausgelotet wird, was eine sehr poetische Stimmung erzeugt. - Das in den USA bereits mehrfach ausgezeichnete Buch ist sowohl inhaltlich wie auch sprachlich ganz außergewöhnlich und es sind ihm viele Leserinnen und Leser zu wünschen! (Übers.: Mirjam Pressler)
Astrid Frey
rezensiert für den Borromäusverein.
Am dunklen Fluss
Kathi Appelt
Ravensburger Buchverl. (2011)
347 S. : Ill.
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 11