Das weiße Haus am Rhein
Emil Dreesen desertiert und kehrt 1918 schwer verletzt von der Front in sein geliebtes Familienhotel zurück. Seine Familie freut sich sehr und Emil verschweigt die Umstände seiner Rückkehr. Seine Mutter stellt das Zimmermädchen Elsa ab, um ihn
rund um die Uhr zu pflegen. Emil und Elsa werden darüber heimlich ein Paar. Seinen Eltern kann er nichts von seiner Liebe erzählen. Vor allem seine Mutter ist auf Etikette bedacht. Zudem ist Elsa auf Konfrontation aus, lässt sich nichts gefallen und kämpft für ihre Rechte. Sie ist als Aufrührerin bekannt. und nicht sehr beliebt bei Emils Mutter. Auch Emils Schwester Ulla ist heimlich verliebt - in einen farbigen Franzosen. Und auch diese Liaison wäre ihren Eltern ein Dorn im Auge, wenn sie es wüssten. Das Luxushotel Dreesen ist fast am Ende, doch Emil hat gute unkonventionelle Ideen, um das Hotel zu retten, und schließlich gelingt es ihm, seinen Vater zu überreden. Gleichzeitig entdeckt Hitler das Hotel für sich und beansprucht hier immer mehr. Als jüdische Hoteliersfamilie werden die Dreesens zwar geduldet, aber es wird ihnen immer schwerer gemacht. Emils Vater scheint den Nazis zugetan. Als Höhepunkt macht Hitler das Hotel zu seinem Stützpunkt am Rhein und wirft sogar Emils Großmutter hinaus. Emil versucht sich gegen die Nazis aufzulehnen und gerät nicht nur einmal in lebensbedrohliche Situationen. - Das Hotel Dreesen gibt es wirklich und auch die geschichtlichen Details sind wahr. Nur die Hoteliersfamilie wurde erfunden. Beim Lesen fühlt man sich in die Zeit zurückversetzt und leidet, lebt und liebt mit der Familie. Eine geschichtsträchtige spannende Familiensaga.
Melanie Bremer
rezensiert für den Borromäusverein.
Das weiße Haus am Rhein
Helene Winter
Piper (2021)
477 Seiten
kt.