Das Lied vom Tun und Lassen
Musiklehrer Mauss hat ein kumpelhaftes Verhältnis zu seinen Schülern, mit denen er sich duzt. Als er einige von ihnen auf der Straße als Band spielen sieht, fördert er sie auch privat, indem er für sie eine Tournee durch Frankreich bis hin nach
Spanien organisiert. Geldgeber ist der Vater von Clarissa, einer Schülerin. Doch Clarissa setzt der Freitod ihrer Mitschülerin Meret derart zu, dass auch der räumliche Abstand sie von ihrer Trauer nicht befreien kann. Während die anderen ihr Leben normal weiterführen, gerät Clarissa, die immer wieder meint, Meret zu begegnen, in eine Außenseiterrolle. Als sie die Tournee schließlich abbricht, lässt Mauss sie auf seinem abgelegenen Hof seine Schallplatten hören und versucht, sie mit einem Job auf andere Gedanken zu bringen. Gleichzeitig hat Clarissa eine Affäre mit dem Schulgutachter. Aus der Sicht des Lehrers, des Schulgutachters und der Schülerin entwickelt sich eine Story über Trauer, Verrat und Liebe, die in einer poetischen Sprache verfasst ist. Böttchers Charaktere werden v. a. durch den Fluss ihrer Gedanken in Form von inneren Monologen gezeichnet. Breit empfohlen.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Lied vom Tun und Lassen
Jan Böttcher
Rowohlt (2011)
315 S.
fest geb.