1999 Meter über dem Meer
Zwischen Studium und erster Arbeitsstelle versucht Samara, die Leere in sich mit einem Urlaub auf Bali zu füllen. Doch dort ist ihr das Wetter zu heiß, die Touristen zu oberflächlich und überhaupt will sie eigentlich nur ihre Ruhe. Sie reist vorzeitig
ab zu ihren Eltern in die Provinz, wo ihr Vater in der eigenen Kfz-Werkstatt ein altes Mercedes-Cabrio für sie restauriert hat. Mit dem macht sie sich auf nach Berlin, wo sie in einer Agentur arbeitet und ihr bald nicht nur die Klienten, sondern auch ihre Mitbewohnerin und ihre Chefin auf den Geist gehen. So lässt sie sich kurzerhand bis auf Weiteres krankschreiben und startet mit all ihrer Habe im Auto in Richtung Alpen. Denn die "richtigen" Berge kennt sie noch nicht und in Berlin war da dieser ausgesprochen schöne Mann, der eine Wohnung in St. Moritz hat. Auf dem Weg dorthin begegnet sie allerlei Mitmenschen, denen sie allerhand haarsträubende Geschichten über sich erzählt, und sich damit in eine schräge Situation nach der anderen manövriert. In der exklusiven Umgebung von St. Moritz wird sie schnell zu einer geheimnisvollen und gefragten Künstlerin. Doch ist es das, was sie will? Wäre nicht eine enge Bindung zu eben jenem schönen Berliner nicht erstrebenswerter? – Wie von der Autorin gewohnt, ist der Schreibstil knapp, humorvoll und sehr pointiert. Ein Buch, das sicher in allen Büchereien nachgefragt wird.
Barbara Dorn
rezensiert für den Borromäusverein.
1999 Meter über dem Meer
Caroline Wahl
Rowohlt (2026)
365 Seiten
fest geb.