Nie gut genug
Thomas Curran beleuchtet das Phänomen Perfektionismus unter unterschiedlichen Aspekten: persönlicher, sozial vorgeschriebener und fremdorientierter Perfektionismus. Dabei stützt er sich in seinen Ausführungen auf Fremd- und eigene Studien. Anschaulich
legt er dar, warum viele Menschen immer nach noch besseren Ergebnissen streben und welche Auswirkungen die Nichterfüllung gesetzter Ziele für unser Ego hat. Berufliche und Erwartungen im privaten Umfeld fordern zu "Höchstleistungen" heraus, andererseits setzen auch wir Maßstäbe für überdurchschnittliche Erwartungen an unsere Mitmenschen. Doch warum sind diese dann oft nicht erfüllbar, bzw. welche Auswirkungen hat ein bis zum Exzess betriebener Perfektionismus für unsere mentale und körperliche Gesundheit? Curran fordert zur Auseinandersetzung mit der oftmals überzogenen Perfektionsspirale auf, die bereits Kinder stark unter Druck setzt und zeigt an Beispielen Lösungsmöglichkeiten auf. Darüber hinaus hält er ein Plädoyer für eine gesündere, zufriedenere Gesellschaft, die Chancengleichheit nicht nur propagiert sondern auch lebt, damit monetär- und milieubedingt benachteiligte Gruppen nicht dem sozialen Perfektionismus zum Opfer fallen. – Für größere Bestände geeignet.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Nie gut genug
Thomas Curran ; übersetzt von Lucien Deprijck
Rowohlt Polaris (2023)
319 Seiten
kt.