Sörensen macht Urlaub
Kriminalhauptkommissar (KHK) Sörensen hat Urlaub in einem österreichischen Bauernhof gebucht. Und natürlich kommt es anders als geplant. Mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin Nele und der gemeinsamen Tochter Lotta hat er vereinbart, kurz in Hamburg
reinzuschauen. Und dort tritt er auch auf Neles Logiergast Aileen, die wohl bedroht wird und auch an Verfolgungswahn leidet. Doch bei dieser Aileen ist vieles nicht so wie es scheint. Sörensen lässt sich dazu überreden, einen Mann aufzusuchen, von dem die Verfolgungen anscheinend ausgehen. Der Besuch ist eher nicht zielführend, und kurze Zeit später wird dieser Mann tot aufgefunden; Aileen liegt bewusstlos daneben, mit der Tatwaffe in der Hand ... – Der fünfte Teil der Reihe um den eigenwilligen, kurzatmigen, von Angstneurosen geplagten Polizisten ist eine spannende Geschichte, stilistisch auf hohem Niveau erzählt. Schrullige, aber auch lebensnahe, tolle Charaktere bevölkern den Roman voll Humor, Dramatik, Tragik. Der Kommissar mit Ironie, Zynismus und immer wieder verballhornten Begriffen hangelt sich aber doch zielstrebig an den Spuren entlang. Das Ganze ist tragikomisch, ja grotesk, manchmal slapstickartig, aber sehr unterhaltsam, trotz gelegentlicher Ausuferungen in den skurrilen Dialogen nie langweilig. Allenthalben angeführte Gesellschaftskritik passt zu der Art, wie der Roman gestaltet ist. – Das Buch kann bestens empfohlen werden, nicht nur Krimilesern.
Erwin Wieser
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Sörensen macht Urlaub
Sven Stricker
Rowohlt Taschenbuch Verlag (2024)
570 Seiten
kt.