Voyeur
Simon Beckett ist mit seinen Thrillern seit "Die Chemie des Todes" ein Top-Star unter den Bestellerautoren. Jetzt schiebt der Rowohlt-Verlag im Sog des Erfolgs Becketts Erstlingsroman in neuer deutscher Übersetzung und mit neuem Titel nach. Ursprünglich
ist der Roman schon 1994 unter "Galerie der Verführung" wenig beachtet erschienen. Der Londoner Kunsthändler Donald Ramsey ist ein kühler Geschäftsmann ohne Interesse an engeren zwischenmenschlichen Beziehungen. Durch Zufall entdeckt er eines Tages, wie sehr es ihn erregt, wenn er seine Mitarbeiterin heimlich beim Umziehen beobachten kann. Er heuert deshalb einen Gigolo an, der Anna in seinem Auftrag verführen soll und es ihm so ermöglichen soll, beim Geschlechtsakt der beiden zuzusehen. Ganz in seiner erotischen Phantasiewelt gefangen, schreckt Ramsey selbst vor Mord nicht zurück. Durch den Bekanntheitsgrad des Autors und die Werbung des Verlags wird der Titel sicher in Büchereien nachgefragt, unterscheidet sich aber doch deutlich von den bisher erfolgreichen Titeln und wird deshalb manchen Leser enttäuschen. (Übers.: Andree Heese)
Marion Sedelmayer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Voyeur
Simon Beckett
Rowohlt-Taschenbuch-Verl. (2010)
rororo ; 24917
380 S.
kt.